Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Verständigung e.V.- 德中交流协会

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HanBao #4: Jenseits von Süß und Sauer

Die neue Ausgabe von HanBao – Das China-Magazin für Hamburg & Norddeutschland ist da! In unserem Titelthema widmen wir uns “Essen und Trinken in der chinesischen Kultur”. Dabei wollen wir jenseits vom üblichen Süß-Sauer neue Trends beleuchten und in den Zusammenhang von Ernährung und chinesischer Medizin einführen. Dazu gibt es Tipps zur Etikette beim Essen mit chinesischen Geschäftspartnern und Interviews mit bekannten Hamburger Gastronomen.

In einem großen Nachruf erinnern wir ferner an Kuan Yu-Chien, der die deutsch-chinesischen Beziehungen geprägt hat wie kein anderer.

Das Hanbao mit seinen Schwerpunkten Wirtschaft und Kultur möchte das Leben der chinesischen Community in Norddeutschland sichtbarer machen. Ein besonderes Merkmal ist die Zweisprachigkeit des Magazins: Mit einem umfangreichen chinesischsprachigen Teil und kurzen Zusammenfassungen der deutschen Artikel sprechen wir gezielt die chinesischsprachigen Leser in Norddeutschland an – und natürlich auch unsere Gäste, die mehr über Hamburg und Umgebung wissen möchten.

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Bestellungen schicken Sie bitte an: info[at]GDCV.de

Deutsch-Chinesisches Globalisierungsforum

Am 3.12.2018 wurde im Berliner Haus Huth das Deutsch-Chinesische Globalisierungsforum von der Gesellschaft des Chinesischen Volks für Freundschaft mit dem Ausland, der Daimler AG, der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Verständigung (GDCV) durchgeführt. Unter dem Titel „Die Zukunft der Globalisierung – Chancen und Herausforderungen“ wurden Themen wie Politik, Kultur und Wirtschaft in Bezug auf China und Deutschland von rund 30 Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutiert. Die deutsch-chinesischen Beziehungen, deren Entwicklung und ihr Einfluss auf das Weltwirtschaftssystem wurden dabei eingehend besprochen.

Eröffnungsgrußworte des Forums wurden zunächst von Lü Hongwei, dem stellvertretendem Abteilungsleiter für Europa der Chinesischen Freundschaftsgesellschaft gegeben, und von Frank Priess, dem stellvertretenden Direktor der Konrad-Adenauer-Stiftung, sowie von Vertretern der chinesischen Botschaft in Deutschland und Jörn Hotmeier, dem stellvertretenden Direktor der Daimler-Repräsentanz in Berlin.

Ma Canrong, chinesischer Botschafter in Deutschland a.D., und der Bundestagsabgeordnete Manfred Grund (CDU) hielten Keynote-Reden.

Prof. Shi Yinhong von der Renmin Universität Beijing sprach über den aktuellen chinesisch-amerikanischen Handelskrieg und dessen Einfluss auf die Globalisierung.

Prof. Shi Shiwei von der FU Berlin sprach über den Einfluss der Reformen und Eröffnungsmaßnahmen Chinas auf die innovative Zusammenarbeit mit Deutschland.

Jutta Ludwig ist ehemalige Exekutivdirektorin der Deutschen Handelskammer in Beijing und ehemalige Chief Representative der Pekinger Repräsentanz der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Sie hielt einen Vortrag mit dem Titel „Deutsch-Chinesische Unternehmenskooperation im Umfeld von ‘Made In China 2025‘ und dem Handelskrieg zwischen den Großmächten“.

Prof. Wolfgang Männig von der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg sprach über Globalisierung im Bezug auf das Seidenstraßen-Projekt „One Belt One Road“.

Weitere Vorträge gab es über „Erinnerungskultur und die Herausforderungen der kulturellen Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland in einem neuen Zeitalter“, „Innovation in Stabilität – Herausforderungen und Chancen für die chinesisch-deutschen Beziehungen“ und „Die Zusammenarbeit im Klimawandel zwischen China und EU in der Zeit der De-Karbonisierung“. Alle Gäste beteiligten sich im Anschluss rege an den Diskussionen zu den verschiedenen Vorträgen.

Hamburger Schüler zu Besuch in Shenzhen

Am 4. November 2018 flog eine Gruppe von 13 Schülern und Lehrkräften der Hamburger Brecht-Schule nach Shenzhen in der Provinz Guangdong. Der achttägige Freundschaftsbesuch an der Futian Qiaoxiang Foreign Language School war der Auftakt eines Austausch-Programmes zwischen den beiden Institutionen, das wir gerne unterstützen.

Treffen der chinesischen Gastfamilie

Im November, als der Herbst in Shenzhen zum ersten Mal richtig spürbar wurde, konnte die Qiaoxiang Foreign Language School eine Gruppe von Ehrengästen begrüßen: Zwei Lehrer und elf Schüler aus Deutschland hatten sich zu Besuch angemeldet. An der Brecht-Schule in Hamburg wird schon lange auch Chinesisch unterrichtet. So liegt es nahe, den Kindern die Möglichkeit zu geben, China einmal selbst zu erleben. An der Qiaoxiang School konnten sie sich mit Teilnehmern der speziellen Deutschkurse austauschen. Neben der Teilnahme am Unterricht stand natürlich auch der Besuch einiger Sehenswürdigkeiten auf dem Wochenprogramm.

Wer findet elf deutsche Schüler auf diesem Bild?

Die meisten Schüler traten zum ersten Mal einen so langen Flug an. Auch in China waren die wenigsten schon gewesen. Nach einem langen Reisetag kamen die Gäste endlich in Shenzhen an. Die chinesischen Gasteltern und deren eigene Kinder erwarteten diesen Moment schon lange. Nach einer kurzen Begrüßungszeremonie durften alle ihr neues Zuhause für die nächsten Tage kennenlernen. Schon auf dem Weg staunten die Jugendlichen über Modernität und Wohlstand ihrer Umgebung. Ob sie sich schon am ersten Abend in diesem fremden Land einfinden konnten?

Die Fahnenzeremonie ist Teil der Morgenroutine an vielen chinesischen Schulen

Deutsche Schüler erleben Unterricht “auf Chinesisch”

Am frühen Morgen konnte man an den Toren der Qiaoxiang Foreign Language School chinesische Schüler mit einer Gruppe von weitgereisten Gästen antreffen. Nach einem entspannten ersten Abend sollten sich die Jugendlichen nun richtig kennenlernen. Um die Kommunikation zu fördern, sollten sie gemeinsam das Leben auf dem Campus erfahren.

Wie es üblich ist, nahmen alle gemeinsam an der Fahnenzeremonie teil. Solche wichtigen Morgenroutinen hatten die Gäste an ihren deutschen Schulen noch nicht erlebt. Überrascht wurden sie auch von einigen Schülern der Qiaoxiang School, die sie in fließendem Deutsch begrüßten. Zum Glück konnten Sie diese Höflichkeit mit ihren eigenen Chinesisch-Kenntnissen erwidern. Herr Wang, der Leiter der Abteilung für Fremdsprachen, hielt eine Begrüßungsrede und überreichte den Lehrkräften der Brecht-Schule die klassischen “Vier Schätze des Gelehrtenzimmers” und ein Schiffsmodell der Schule als Willkommensgeschenk. Nach der Zeremonie begann der erste Unterrichtstag.

Pinsel, Tuschestange, Reibstein, Papier: Die Lehrenden der Brecht-Schule bekamen die “Vier Schätze des Gelehrtenzimmers” als Gastgeschenke überreicht

Die deutschen Studenten nahmen zunächst am Englischunterricht teil und interagierten dabei mit den einheimischen Schülern. Erst recht beim Deutschkurs konnten die Gäste als Aushilfslehrer agieren. Gemeinsam wurden deutsch-chinesische Lieder gesunden, die beim Lernen von Vokabeln helfen. Neben den Grundkursen wie Sport und Sprachunterricht hatte die Schule auch einige Kurse in traditioneller Kultur vorbereitet: Kampfkunst, Kalligrafie, Scherenschnitt. So konnten die Brecht-Schüler den Charme der klassischen chinesischen Kultur erleben. Die Schüler schrieben in Siegelschrift die Zeichen 中德好 zhōng dé hǎo (Mitte/China + Tugend/Deutschland + Gut/Exzellent), um auf die guten Beziehungen beider Länder zu verweisen. An diesen Beispielen erläuterte die Lehrerin auch die Geschichte der chinesischen Schrift. So wurden die praktischen Fähigkeiten mit dem Pinsel geschult und anschaulich Kultur und Geschichte vermittelt.

Die neuen Aushilfslehrer beim Deutschunterricht

zhōng bedeutet “Mitte” und steht daher auch für das Reich der Mitte
Wie geht denn dieser Trick mit dem Fächer? Ein Einsteigerkurs in klassischer Peking-Oper war ein weiteres Highlight

Neben dem Unterricht sollten die Schüler aber auch an einigen außerschulischen Aktivitäten teilnehmen. Beim Chefkoch der Schul-Cafeteria lernten alle gemeinsam, wie man richtig Jiaozi faltet. Sogar einige chinesische Kommilitonen hatten diese gemeinschaftliche Tradition noch nie selbst ausprobiert. Dabei wurde sich unterhalten und viel gelacht, und das Beste: Am Ende konnten die Früchte der eigenen Arbeit auch probiert werden.

Jiaozi faltet man gemeinsam mit der Familie traditionell am Neujahrsabend

Nach der Woche in Shenzhen ging es mit dem Zug weiter nach Shanghai und Suzhou, wo auch noch ein wenig Sightseeing auf dem Programm stand. Die China-Reise der deutschen Schüler war sowohl für sie selbst, als auch für die Kommilitonen von der Qiaoxiang Foreign Language School besonders interessant und lehrreich. Es ist sehr schön zu sehen, wie die Freundschaft zwischen deutschen und chinesischen Schülern aufgebaut wird. Die GDCV freut sich ebenfalls, solche schulischen Aktivitäten fördern zu können. Kinder und Jugendliche sind als Zukunft unserer Länder von besonderer Bedeutung. Wir hoffen, für die Offenheit der Kinder und die Bereitschaft zur Interaktion eine Basis zu bieten und so den Grundstein für freundschaftliche Beziehungen zu legen. Die Erinnerungen an ihren Ausflug nach China nehmen hoffentlich einen besonderen Platz im Herzen der Kinder ein.

Im Januar soll der Besuch nun von den chinesischen Schülern erwidert werden.

Einen eigenen Bericht von Frau Dr. Cordes von der Brecht-Schule, die auf der Reise dabei war, finden sie hier.

Tourismusforum NEUE SEIDENSTRASSE

Liu Guosheng, Präsident des GDCV (2. v.r.), Andreas Janz, Geschäftsführer von China Tours (4. v.r.), und die Gäste

Veranstalter: Chinesisches Kulturzentrum Berlin, Fremdenverkehrsamt der Volksrepublik China in Frankfurt und Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Verständigung e.V.

Mitveranstalter: Forum Neue Seidenstraße e.V. und China Tours Hamburg CTH GmbH

In der Antike und dem frühen Mittelalter war die Seidenstraße die wichtigste Handelsverbindung zwischen China und den europäischen und zentralasiatischen Ländern. Im Rahmen eines groß angelegten Handelsprojektes wird die Neue Seidenstraße als „One Belt – One Road“ (一带一路) inzwischen wiederbelebt. Am Abend des 26. Oktober fand in Berlin ein Tourismusforum zum Thema statt. Eingeladen hatten dazu das Chinesische Kulturzentrum Berlin, das Fremdenverkehrsamt der Volksrepublik China in Frankfurt und die Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Verständigung e.V. mit Unterstützung von China Tours und des Forums Neue Seidenstrasse e.V.. Mehr als 100 Teilnehmer kamen ins Chinesische Kulturzentrum, darunter Botschaftsvertreter Chinas und anderer Länder entlang der Route, sowie chinesische und deutsche Medien- und Tourismusagenturen.

Liu Guosheng vom GDCV (3. v.r.), und Botschaftsvertreter der Länder entlang des „One Belt – One Road“ nahmen an der Diskussion teil

Wang Erdong, Botschaftsrat für Presse und Öffentlichkeitsarbeit in Berlin, erklärte in seiner Rede, dass China und die Länder entlang der neuen Seidenstraße in verschiedenen Bereichen bereits aktiv zusammenarbeiten würden. Dazu gehörten z. B. die wirtschaftliche Zusammenarbeit, der Aufbau von Infrastruktur und reger Austausch in den Geisteswissenschaften. Das trage entscheidend zum gegenseitigen Verständnis und Respekt unter den Völkern all dieser Länder bei. Der aktuelle deutsche Koalitionsvertrag sieht im Projekt auch Risiken und will schon ein europäisches Gegenmodell entwickeln. Das Tourismusforum möchte dagegen die Chancen betonen.

Teilnehmer der verschiedenen Länder besuchten das Forum

Direktor Chen Jianyang vom Chinesischen Kulturzentrum sagte, dass Projekt sei niemals als ein Solo Chinas zu verstehen, sondern ein „Chor“ der Länder entlang der Route. Die alte Seidenstraße verband frühe Hochkulturen und wichtige Zivilisationen wie die chinesische, ägyptische, persische und griechische, sowie Religionen wie Buddhismus, Judentum, Islam, Christentum und andere, und wichtige Stätten des Weltkulturerbes wurden verknüpft. Durch diese und die wunderschönen Landschaften sind die möglichen Routen auch gerade für Touristen interessant – die zudem die neuen Infrastrukturen nutzen könne, die aus den Wirtschaftsbeziehungen entstehen. Wir hoffen daher, dass wir mit so einem Kulturtourismusforum eine Plattform für die beteiligten Länder bieten können, von denen rund 70 an der Initiative teilnehmen. So wird Kulturgeschichte präsentiert, touristische Ressourcen und Erfahrungen werden ausgetauscht und neue Verbindungen geknüpft. Gleichzeitig möchten wir Interessierte herzlich dazu anregen, entlang der Strecke nach China zu reisen.

Chen Jianyang, Direktor des Chinesischen Kulturzentrums Berlin

 

Liu Guosheng erläuterte Geografie und Geschichte der Seidenstraße

Liu Guosheng, Präsident der GDCV und zweiter Geschäftsführer von China Tours und deren Hauptgeschäftsführer Andreas Janz sprachen über Geschichte und Entwicklung der Seidenstraße und das „Ideale Ziel“ der New Silk Road. Botschaftsvertreter der Länder wie Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan haben ihre jeweiligen Länder durch Vorträge und informative Filme touristisch vorgestellt. Später führten die Gäste aus verschiedenen Ländern die Diskussion mit ihren Fragen und Anmerkungen fort und regten den Austausch über das gesamte Projekt an.

Im Anschluss gab es viele Fragen aus dem Publikum

Nach dem Treffen erklärte der Wirtschaftsberater in der Berliner Botschaft Usbekistans, Shahrukh Gulmov, in einem Interview, dass die „New Silk Road“ als einheitliche Marke Touristen ein umfassendes Verständnis der beteiligten Länder vermitteln könne. Die Initiative „One Belt – One Road“ wirke sich in jedem Fall positiv auf die Kultur- und Tourismusbranche der Länder entlang der Route aus.

(Bilder und originaler Text auf Chinesisch: Juan Wang, Chinesisches Kulturzentrum Berlin. Übersetzung: Konrad Winkler, GDCV)

 

 

Die 7. „China Time” in Hamburg

Der Kaisersaal im Hamburger Rathaus
Oberbürgermeister von Hamburg Dr. Peter Tschentscher und Vorsitzender des GDCV Guosheng Liu

Die 7. „China Time” (größte China-Veranstaltungsreihe Europas) wird am 31.08.2018 feierlich im Kaisersaal des Hamburger Rathaus eröffnet, mit Grußreden des ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher und des chinesischen Generalkonsuls Sun Congbin. Über 150 Veranstaltungen vom 31.08. bis 23.09.2018 machen Hamburg zur „Burg der Chinesen” in Europa und stellen die Bedeutung Hamburgs als Tor Chinas nach Europa bzw. Brücken Deutschlands nach China deutlich heraus. Als eingeladener Gast nahm der Vorsitzende der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Verständigung e.V.,  Guosheng Liu, daran teil. Im Anschluss an die Veranstaltung genoß man auf der Terrasse des frisch renovierten Germania Ruder Club gemeinsam das wunderbare chinesische Feuerwerk an der Alster.

Abfahrtszeremonie „Hamburg-Shanghai: Auf der neuen Seidenstraße“

Nach einer feierlichen Zeremonie brachen am Vormittag des 18. Mai 2018 die Teilnehmer an der Busreise „Hamburg-Shanghai: Auf der neuen Seidenstraße“ zu ihrer ersten Etappe in Richtung Berlin auf. Die 53 Tage andauernde Fahrt, die von China Tours in Zusammenarbeit mit ZEIT REISEN organisiert wird, führt die Gruppe durch 60 Länder des eurasischen Kontinents.

Dieser Abschied fiel nicht schwer

Im Pressehaus der Wochenzeitung DIE ZEIT wurden die Reisenden u.a. mit Reden von Sandra Kreft, Verlagsleiterin von DIE ZEIT, und Sven Meyer, Vertreter des Fremdenverkehrsamtes China in Deutschland, verabschiedet. Bernd Loppow, Programmleiter von ZEIT REISEN, moderierte die Veranstaltung.

Neben ihren zahlreichen Glückwünschen verdeutlichten alle, wie sehr sie die Teilnehmer um ihre bevorstehenden Erfahrungen beneideten. Herr Dr. Theo Sommer, ehemaliger Herausgeber der ZEIT und Ehrenvorsitzender der GDCV, betonte, dass die Lehren zur Geschichte und Lebenswirklichkeit der besuchten Länder, die die Reisenden aus eigener Anschauung lernten, durch keine Lektüre zu ersetzen seien. Er riet ihnen nach der Maxime zu handeln: „Man tastet sich mit den Füßen von Stein zu Stein durch den Fluss“. Er berichtete vom Aufstieg der Volksrepublik China seit 1978 zur wirtschaftlichen Weltmacht und gab einen Ausblick auf die Vorhaben der Regierung, insbesondere auf die Initiative „One Belt, One Road“, die er mit dem „Marschall-Plan“ der USA nach dem Zweiten Weltkrieg verglich.

“Wenn jemand eine Reise tut…”

In seiner persönlich gehaltenen Rede erklärte LIU Guosheng, Vorsitzender der GDCV und Inhaber von China Tours, was für ihn das Reisen bedeutet. Da seine Maximen nicht nur auf die Busreise „Hamburg-Shanghai: Auf der neuen Seidenstraße“ anwendbar sind, sondern sogar auf das Leben selbst, möchten wir Ihnen die leicht gekürzte Rede von Herrn LIU nicht vorenthalten.

Sehr geehrter Herr Dr. Sommer,
sehr geehrte Frau Kreft,
lieber Bernd,
liebe Reiseteilnehmerinnen und liebe Reiseteilnehmer,

gleich geht eine großartige Reise los, vom Rand des Atlantischen Ozeans quer über den eurasischen Kontinent, entlang der historischen Seidenstraße, bis zum Rand des Pazifiks. Für viele von Ihnen wird diese Reise die längste und größte Ihres Lebens werden.

Ein weiser Mann hat mal gesagt: „Die längste Reise des Lebens führt zu sich selbst“. Für mich ist das absolut richtig. Meine Erziehung wurde ein bisschen durch den Buddhismus beeinflusst. Aus dessen Sicht kommt der Mensch immer wieder auf diese Welt, um sich weiter zu entwickeln, weil man nur hier und jetzt durch Probleme wächst. Jedes neue Leben bedeutet eine weitere Stufe auf dem Weg zu Weisheit, Erleuchtung und Nirwana.

Ihre bevorstehende Reise ist wie ein eigenes, kleines Leben. Es beginnt hier mit der Abfahrtszeremonie und endet mit der Ankunft in Shanghai. Sie leben in einer kleinen Gemeinschaft, aber im engen Austausch mit ihrer Umgebung, jeden Tag in einer neuen Welt. Es wird ein sehr konzentriertes, also sehr intensives Leben sein. Sie werden viel erleben, viel erfahren. Jeder Tag ist offen für neue und unerwartete Situationen. Ich wünsche, dass Sie gemeinschaftlich dieses Stück Leben bestens und reichhaltig gestalten.

Sie verlassen Ihre Haustür und fahren Kilometer für Kilometer den Kontinent ab. Sie erleben, wie sich die Landschaft, das Klima, die Sprache, die Kultur und die Menschen ändern, aber auch, wie eng sie alle miteinander verbunden sind. Das ERFAHREN sie wortwörtlich. Sie werden verstehen, wo Kirgistan wirklich physisch liegt, nämlich sehr weit weg von Deutschland. Trotz der großen Entfernung werden Sie von bislang unbekannten und erstaunlichen Verbindungen zu ihrer Heimat erfahren. Beispielweise ist Kucha, weit, weit weg von Hamburg, noch hinter Kirgistan, hinter dem Tianshan, dem Himmelsgebirge. Dort haben Menschen tausend Jahre lang Tocharisch gesprochen. Das ist eine indo-germanische Sprache. Ihre Sprecher waren eng verwandt mit Ihren Vorfahren. Sie werden selbst den Weg zurücklegen, der dorthin führte und führt.

„Reisen bildet.“ Hat Goethe das gesagt? Jedenfalls meinte er, dass die Chinesen eigentlich sehr ähnlich denken und handeln wie die Deutschen. Das glaube ich auch immer mehr, je länger ich in Deutschland lebe. Sagen Sie mir nach der Reise bitte, ob das stimmt.

Ich spreche hier auch in der Funktion als Vorsitzender der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Verständigung, GDCV, einer kleinen Gruppe von Menschen, die sich für den deutsch-chinesischen Kulturaustausch engagiert. Es ist eine große Ehre, dass wir Herrn Dr. Sommer als unseren Ehrenvorsitzenden gewinnen konnten. Ich hoffe, dass Sie auf dieser Reise für eine bessere Verständigung mit den Bewohnern der besuchten Länder sorgen. Vielleicht bekommen Sie nach der Reise Interesse, bei der GDCV mitzumachen, und melden Sie sich als Mitglied an. Das würde mich überglücklich machen.

Ich wurde oft gefragt, wie man sich auf diese Reise gut vorbereiten kann. Meine Antwort lautet immer: Reisen Sie mit offenen Augen und offenen Herzen. Menschen in vielen Ländern leben ganz anders, als wir denken. Viele Sachen erscheinen bloß merkwürdig oder unlogisch, weil wir die kulturellen Hintergründe nicht kennen. Also lassen Sie die Vorurteile, die wir alle haben, zu Hause liegen und reisen Sie mit leichtem Gepäck.

Noch ein wichtiger Punkt, bevor ich zum Ende komme, meine lieben Reiseteilnehmer! Sie werden auf dieser langen Reise nicht nur viel sehen, viel hören und viel erleben, sondern werden auch gesehen, gehört und werden sehr oft im Mittelpunkt des Tagesgeschehens stehen. Sie sind Kulturbotschafter, egal ob Sie wollen oder nicht! Aus ihrem Verhalten, ihren Aussagen machen sich die Menschen ein Bild von Hamburg, Deutschland und von Europa. Sie fahren durch Gegenden, wo schon viele Europäer waren, aber auch durch solche, wo sonst kaum ein Europäer zu sehen ist. Nehmen Sie nicht nur selbst etwas von Ihrer Reise mit, sondern geben Sie den Menschen auch etwas zurück: Ihr Verständnis, Ihr Lächeln, Ihre Toleranz, Ihre Freundschaft. Sie sind Kulturbotschafter!

Ich wünsche Ihnen, meine liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, liebe Kulturbotschafter, eine unvergessliche Reise mit vielen tollen Erfahrungen und das Überschreiten einer großen Stufe nach oben zu einem erleuchteten Leben.

Jugendmusikfestival CHINA INN

Das Abschlusskonzert in der Laeiszhalle

Seit ihrer Gründung im Jahr 2015 unterstützt die GDCV verschiedene kulturelle Austauschprogramme. Das längste und erfolgreichste dieser Art ist das internationale Jugendmusikfestival CHINA INN. Junge Künstler im Alter zwischen 8 und 16 Jahren nehmen an dem Programm teil und erarbeiten eigene und gemeinsame Stücke. Die Auftritte werden anschließend in der Hamburger Laeiszhalle einem begeisterten Publikum präsentiert.

Die GDCV und die Provinz Henan

In Ihrer Rolle als Vermittler zwischen den Kulturen konnte die Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Verständigung im November 2017 eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Fremdenverkehrsamt der Provinz Henan und dem Kanton Basel-Landschaft organisieren.
Bei dem Besuch einer Delegation der zentralchinesischen Provinz in der Schweiz präsentierte sich Chinas Kernland unter anderem mit einem spannenden Film über die Reiche Geschichte der Provinz. Erklärtes Ziel des gegenseitigen Austausches ist eine Kooperationspartnerschaft der beiden Regionen.

Globalisierung und One Belt, One Road – Ein deutsch-chinesisches Begleitforum zum G20

Hamburg – Die Globalisierungsfrage war eines der zentralen Themen des G20-Gipfels vom 7. – 8.7.2017 in Hamburg. Und sie war zugleich der wesentliche Fokus eines prominent besetzten deutsch-chinesischen Forums, das in unmittelbarer Nachbarschaft der beratenden Staats- und Regierungschefs am 8.7. in der Bucerius Law School stattfand.

Schauplatz der unter Schirmherrschaft von Staatsrat Wolfgang Schmidt (Senatskanzlei Hamburg) stehenden Veranstaltung war das Helmut Schmidt Auditorium, seine Hauptveranstalter waren die Deutsch-Chinesische Unternehmer-Vereinigung (DCUV), das German Studies Center and Institute for Innovation and Development der Tongji Universität und das German Institute of Global and Area Studies (GIGA). Und, auch dies sei hervorgehoben, für die wegen der sehr erschwerten Rahmenbedingungen aufgrund der zahlreichen angereisten Störergruppen anspruchsvolle Organisation und Logistik zeichnete das Team von China Tours Hamburg verantwortlich. Den harmonischen Kontrapunkt zu der Disharmonie auf den Straßen Hamburgs setzten Künstler des Kollegs für Kunst und Kommunikation der renommierten Tongji-Universität Shanghai einführend mit einem Tanz „Zurück zur Natur“ und Debussys „L’Isle Joyeuse“. Und den rednerischen Auftakt machte für die gastgebende Stadt Dr. Rolf Bösinger, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. Dr. Bösinger machte klar: Die schlimmen Geschehnisse auf den Straßen hätten letztlich inhaltlich nichts mit der Stadt Hamburg und dem G20-Gipfel zu tun. Die Handelsbeziehungen Hamburgs zu China blickten auf eine sehr lange Tradition zurück. Und Schwerpunkte des G20 Gipfels seien die freie Weltwirtschaft und die ökologischen Erfordernisse, Dinge also, die in engem Kontext mit der „Seidenstraßen-Initiative“ stünden. DCUV-Vorsitzender Prof. Jianwei ZHANG erinnerte daran, dass die G20 Probleme behandele, die weltweit bewegten und nicht mehr von einzelnen Regierungen alleine gelöst werden könnten. Die Globalisierung enthalte Chancen und Herausforderungen, u.a. in Bezug auf Wirtschaft, Kultur und Nachhaltigkeit. Gerade auch die großen Nationen seien auf die Globalisierung für ihre Zukunftsfähigkeit angewiesen. Und mit der Seidenstraßen-Initiative habe China ein großes Projekt zur Förderung der Globalisierung angestoßen. Bei der Umsetzung baue man nicht zuletzt auf die Brückenfunktion China – Deutschland. Als „Pfeiler der deutsch-chinesischen Beziehungen“ wurde von Moderator Prof. Dr. Xuewu GU als folgender Redner der frühere Botschafter Prof. Dr. Zhaorong MEI vorgestellt. Prof. Mei bezeichnete Deutschland als seine 2. Heimat. Er sei Zeuge von Bau und Fall der Mauer gewesen, er habe die Bundeskanzler Schmidt und Kohl begleitet und mit beiden viele Gespräche geführt. Symbol für die heutigen engen bilateralen politischen Beziehungen seien die zahlreichen wechselseitigen Staatsbesuche. Und Deutschland sei ein enger Partner Chinas in Sachen Globalisierung. MDgt. a.D. Dr. Michael Borchmann, heute Senior Adviser des chin. Handelsministeriums (CIIPA) und stv. Vorsitzender der GDCV, erinnerte ebenfalls an die prägende Rolle von Präsident XI Jinping in der Globalisierungsdebatte, was spätestens seit seiner Forderung in Davos nach „Licht in der Dunkelkammer“ weltweit Beachtung finde. Und mit dem „One Belt, one Road“-Infrastruktur-Projekt habe China zugleich einen sehr praktischen Globalisierungsanstoß gegeben. Borchmann weiter: Die Wahl des weltoffenen Hamburgs als G20-Tagungsort habe zugleich eine hohe symbolische Bedeutung. Denn Hamburg sei gewissermaßen die Globalisierung an sich in Form einer Stadt. Man verfüge über die traditionsreichsten Beziehungen in Deutschland und sei als „Han Bao“ praktisch die „Burg der Chinesen“ im Gastgeberland. Zudem sei die Stadt die Heimat des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt, der nicht nur den Deutschen China überhaupt erst erklärt habe, der vielmehr vor mehr als 45 Jahren überhaupt erst den Anstoß zur Aufnahme der bilateralen diplomatischen Beziehungen gegeben habe. In einem Statement zum Abschluss des Begrüßungsteils hob als Vertreter des Mitveranstalters Tongji-Universität deren Vize-Präsident Prof. JIANG Bo die hohe Bedeutung seiner inzwischen 110 Jahre bestehenden Universität für die deutsch-chinesischen Beziehungen hervor, Tongji lasse sich als wissenschaftliches Symbol der bilateralen Beziehungen bezeichnen.

Die ganztägige Veranstaltung wurde durch zahlreiche Podiumsdiskussionen mit prominenten Experten fortgesetzt, u.a. durch ein Podium von Wissenschaftlern (neben renommierten Wissenschaftlern der Tongji-Universität u.a. der herausragende Journalist und Politikwissenschaftler Dr. Theo Sommer), ein Podium deutscher und chinesischer Unternehmer, ein Podium zu Logistik und innovativen Technologien und ein Podium zu Business-Matchmaking zwischen Deutschland und China. Eine Preisverleihung für besonders gelungene deutsch-chinesische Kooperation rundete die Veranstaltung ab.
(Dr. Michael Borchmann)

Die Laudatio der Verleihung des “China-Europe Friendship Awards” 2016 an Gerhard Schröder

Am 23. und 24. November 2016 fand der siebte “Hamburg Summit: China meets Europe” in der Handelskammer Hamburg statt. Li Yizhong, Vorsitzender des Industrieverbands China-Europe Friendship Award, verlieh Gerhard Schröder, dem letzten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, den “China-Europe Friendship Award”. Hier finden Sie die übersetzte Rede:

Ladies and Gentlemen,

In my capacity as Chairman of the China Federation of Industrial Economics and co-host of the “Hamburg Summit” it is my great honour to present to you this year´s awardee of the China-Europe Friendship Award:

It is Mr. Gerhard Schröder, Former Chancellor of the Federal Republic of Germany and new Honorary Chairman of the “Hamburg Summit: China meets Europe”!

After being active as a Member of the German Bundestag, he was elected as Minister-President of the State of Lower Saxony in 1990.

Eight years later, Mr. Schröder was sworn in as the seventh Chancellor of Germany in 1998 and remained in office until 2005.

During his time as Chancellor, Mr. Schröder visited China once a year and thus strongly contributed to deepening the good relations between China and Germany.

He very early realized that Europe and China do need each other in order to tackle the big international challenges like the pursuit of sustainable economic growth, climate change, energy safety and reliable energy supply, migration and the fight against terrorism.

Mr. Schröder was convinced that all this can only be mastered by joint efforts.

That is why he implemented a close cooperation and coordination between the Chinese and the German government.

As far as I know Mr. Schröder still continues travelling to China – on a private and on a professional basis, but always with the focus to link both countries and cultures closer together.

Therefore I would like to specifically laud Gerhard Schröder’s ongoing efforts to enhance our bilateral relationship.

Dear Mr. Schröder,

Thank you so much for your outstanding contribution to the Sino-European relations and your personal support of the “Hamburg Summit: China meets Europe” acting as its new Honorary Chairman.

This is highly appreciated from the Chinese side!

It is my great joy and honor to be the first to congratulate you. Please join me now on stage to accept the “China-Europe Friendship Award”.

Dear Mr. Schröder,

This is your applause!